Konzerte in der St. Johanniskirche

Vom 23. November-03. Dezember 2017 finden die 49. Würzburger Bachtage statt: Sie stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Juwelen des Barock".

Alle Informationen finden Sie unter www.bachtage-wuerzburg.de.

Karten im Falkenhaus oder online unter www.adticket.de.

 

 

 Sonntag, 5.11.2017, 17 Uhr, St. Johannis

Chorkonzert mit dem Württembergischen Kammerchor

 

 SPEM IN ALIUM Herr, auf Dich traue ich

Werke für Chor von

Leonhard Lechner (um 1553 - 1606)

Thomas Tallis (um 1505 - 1585)

Klaus Hinrich Stahmer (*1941)

Max Reger (1873 - 1916)

In diesem A-Cappella-Programm spannt der Württembergische Kammerchor den dramaturgischen Bogen von der Renaissance bis nach heute. Leonhard Lechner (um 1553 bis 1606) ist einer der wichtigsten Komponisten protestantischer Kirchenmusik und der wohl unbestrittene Meister der deutschen Spätrenaissance. Seine letzte Stelle hatte er als Hofkapellmeister am Württembergischen Hof in Stuttgart inne. Seine Grabplatte befindet sich heute in der Stuttgarter Hospitalkirche. Von ihm werden im Konzert die Motetten Ach Gott, dir tu ich klagen (1582), O Tod, Du bist ein bittre Gallen (1582) sowie Deutsche Sprüche von Leben und Tod (1606) erklingen.

Im Zentrum des Abends steht jedoch die 40-stimmige Motette SPEM IN ALIUM (um 1570) von Thomas Tallis (um 1505-1585), einem englischen Komponisten zur Zeit der englischen Reformation. Spem in alium ist eines der ganz groß angelegten, monumentalen Vokalwerke der Musikgeschichte. 40 selbständige, notierte Vokalstimmen bilden ein komplexes Werk, das in dieser Form einzigartig ist. Weiters wird von Tallis der erste Teil seiner Lamentatio Jeremiae prohetae (1565) zu hören sein.

Die romantische Brücke zur Moderne wird gebaut mit der spätromantischen doppelchörigen Motette Der Mensch lebt und bestehet nur eine kleine Zeit (1914) von Max Reger (1873-1916). Die lapidaren, achtstimmig homophonen Akkorde der Komposition sind von erschütternder Eindringlichkeit. Bei der Korrektur der Druckfahnen dieses Werkes ist der Komponist  verstorben.

Eine Neufassung für achtstimmigen Chor seines Werkes Épitaphe "Tout naît, tout passe (2017) hat der Würzburger Komponist Klaus Hinrich Stahmer für den Württembergischen Kammerchor und seinen künstlerischen Leiter komponiert, die am 24.09.2017 von diesem in der Herrenberger Stiftskirche uraufgeführt wurde. Klaus Hinrich Stahmer (geb. 1941) lehrte an der Hochschule für Musik Würzburg, seit 1977 mit einer Professur. Wesentliche Impulse gingen von seiner Mitarbeit (1970er-Jahre) und Leitung (1989 - 2004) des Studios für Neue Musik aus. 1976 gründete er in Würzburg das Festival Tage der Neuen Musik, welches er bis 2001 leitete. Neben seiner Tätigkeit als Hochschullehrer, Festival- und Konzertorganisator veröffentlichte er Bücher, Artikel und Aufsätze zu Themen aus dem Bereich der neuen Musik. Seit 2013 ist Stahmer Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Leonhard Lechner: Ach Gott, dir tu ich klagen (1582)Thomas Tallis: Lamentatio Jeremiae prophetae (1565), Prima parsLeonhard Lechner: O Tod, Du bist ein bittre Gallen (1582)Thomas Tallis: Spem in alium (um 1570), 40-stimmige MotetteLeonhard Lechner: Deutsche Sprüche von Leben und Tod (1606)Klaus Hinrich Stahmer: Épitaphe "Tout naît, tout passe" (2017, UA)Max Reger: Der Mensch lebt und bestehet (1914)

Württembergischer Kammerchor

Dieter Kurz, Leitung

Matthias Querbach, Orgel